Jagen
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Jagen - nur noch lästige Pflicht?

„Was gleicht wohl auf Erden dem Jäger - Vergnügen …” singt der Jägerchor in C. M. v. Webers Oper der Freischütz. Für die meisten Jäger seit dem 3o - jährigen Krieg war es wohl auch nur Vergnügen. Denn dieses Hobby war den Königen, Fürsten und Landesherren vorbehalten. Selbst den vielen, notwendigen Helfern bei den Treibjagden wird wohl wenig nach Vergnügen zu Mute gewesen sein, wurden sie doch meist als Leibeigene oder Lehenspflichtige zu diesem Dienst befohlen. Das Image als exklusives und elitäres Vergnügen von Reichen und Mächtigen hat das Jagen in unserem Kulturkreis nie loswerden können.

Jagen im Wandel der Zeit

Auch dieses Hobby ist einem Wandel unterworfen, der sich für die Jäger erst jetzt deutlich zeigt. Äußeres Zeichen sind mangelnder Nachwuchs und die Öffnung von einzelnen Jagdpachtvereinen für Interessierte. Eine böswillige Unterstellung behauptet, die Neuordnung der Jagdprüfung sei Ausdruck dieser Entwicklung. Realistisch ist, dass die Neuordnung notwendig wurde, weil die Hege immer mehr unter der Prämisse steht, dass Wald- und Flurschäden vermieden werden.

Da kaum noch Wild gejagt wird, um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen, ist die Aufgabe der Wildhege einer grundlegenden Wandlung unterworfen. Artenschutz, Ersatzfütterung und Verhinderung von Tierseuchen sind wichtige Themen für Hobbyjäger. Selbstverständlich muss all das vor Ort geschehen und ist somit nichts für Stubenhocker.

Jäger als Waldschützer

Verbissschäden in Wäldern müssen durch Jäger rechtzeitig erkannt werden, um mit den Forstverwaltungen rechtzeitig Hilfsmaßnahmen zu veranlassen. Auch hierin steckt die Aufklärung für einen weit verbreiteten Irrtum: der Jäger füttert sein Wild nicht, um möglichst viel schießen zu können, sondern um Schäden am Wald, erst recht an Kulturpflanzen zu reduzieren.

Für umfangreiches, notwendiges Wissen gibt es die Vorbereitungskurse auf die Prüfung zur Erlangung des Jagdscheines. Selbst wer nie jagen will, kann hier wertvolle Kenntnisse heimatnaher Biotope erlangen, zu denen auch das Wild aller Art gehört.

Jagdtouristen, die in wildreiche Gegenden unseres Planeten reisen, um dort für teures Geld Wild abzuschießen, verstehen sich auch als Hobbyjäger.